Wie macht man einen Mitzieher? Fotografie erklärt

Mitzieher Titelbild

Unter einem Mitzieher versteht man generell ein Foto, bei dem ein bewegtes Objekt scharf abgebildet ist und der Rest des Bildes im Zuge der Geschwindigkeit verschwommen. Dadurch bringt man Action und Bewegung ins Bild. Ein Mitzieher lässt sich zwar auch per Bildbearbeitung umsetzen, jedoch wirkt ein beim Fotografieren erzeugter Mitzieher viel authentischer und schöner.

Mitzieher Fotos machen: Kameraeinstellungen

Damit Sie einen Mitzieher machen können, benötigen Sie zunächst einmal die richtigen Kameraeinstellungen. Die verwendete Brennweite Ihres Objektivs spielt nur eine untergeordnete Rolle. Ein stärkerer Zoom, der das Objekt bildfüllender erscheinen lässt, sorgt allgemein für den schöneren Effekt. Dafür ist die Erfolgsquote aber auch geringer da die Bilder bei mehr Zoom tendenziell häufiger verwackeln.

Für die richtigen Kameraeinstellungen wählen Sie am besten die Belichtungsautomatik ihrer Kamera zum Fotografieren aus. Dort können Sie eine bestimmte Belichtungszeit und einen ISO-Wert festlegen und die Kamera sucht sich automatisch die richtige Blende heraus. Eine leichte Über- oder Unterbelichtung ist hierbei nicht schlimm, solche Abweichungen kann man in der Nachbearbeitung noch gut korrigieren. Es gilt dabei folgende Faustregel für die Belichtungszeit: 1/Geschwindigkeit des Objekts. Wenn Sie also ein Objekt haben, das sich schätzungsweise mit 40 Km/h bewegt, dann wählen Sie am besten eine Belichtungszeit von 1/40 Sekunde. Das ist aber wie gesagt nur eine Faustregel, am besten probieren Sie mehrere Werte aus. Eine zu lange Belichtungszeit sollten Sie nicht wählen, weil dann nur verschwommene Bilder herauskommen. Eine zu kurze aber ebenfalls nicht, denn dann gibt es kein Verschwimmen des Hintergrunds. Empfehlenswert für den Mitzieher ist das Fotografieren in Reihenaufnahme, wodurch gleich mehrere Bilder hintereinander aufgenommen werden.

Mitzieher BMW M3 Team Schirmer Nürburgring Karussel

Das Fotografieren selbst

Der Name ist beim Mitzieher eigentlich Programm. Wenn Sie das Objekt fotografieren, müssen Sie es im Sucher anvisieren und so verfolgen, dass es stets an der selben Stelle im Sucher bleibt. Sie müssen sich sozusagen mit dem Objekt mitdrehen. Wenn Sie die richtige Geschwindigkeit haben, drücken Sie einfach den Auslöser und machen per Reihenaufnahme mehrere Fotos. Achten Sie dabei darauf, dass das Objekt stets an derselben Stelle im Sucher verharrt. Dadurch ist das Objekt nämlich aus Kamerasicht immer an der selben Stelle während sich der Rest des Szenerie in Bewegung befindet. Das erzeugt den berühmten Effekt. Prinzipiell funktioniert ein Mitzieher mit so gut wie allen bewegten Objekten. Beachten Sie aber dass einzelne bewegte Elemente dabei ebenfalls verschwommen erscheinen. Dazu gehören zum Beispiel die Räder von fahrenden Autos oder die Beine von rennenden Hunden.

Weitere Tipps für den Mitzieher

Wenn Sie ein paar unscharfe Aufnahmen fabrizieren, müssen Sie sich nicht ärgern. Viel Ausschuss ist beim Mitzieher etwas ganz normales, weswegen man auch die Reihenaufnahme für möglichst viele Bilder verwendet. Auf einige unscharfe Fotos kommt aber meistens ein sehr gelungenes Foto und das ist den Aufwand und den Ausschuss meistens wert. Wenn Sie dennoch zu unscharfe Bilder praktizieren, versuchen Sie die Belichtungszeit zu verringern oder eine stabilere Position zum Verfolgen des Objektes zu erlangen.