Tipps und Tricks: Vignette als Effekt für Fotos

Vignettierung Tipps und Tricks Titelbild

Unter der Vignette oder Vignettierung versteht man im Allgemeinen eine Abschattung des Bildes hin zu den Randbereichen, sprich das Bild wird zum Rand hin immer dunkler. Während dieser Effekt häufig als Abbildungsfehler bei bestimmten Objektiven auftritt, kann er auch gewollt zur Verbesserung der Bildwirkung hinzugefügt werden. Wie das funktioniert und was Sie dabei beachten müssen erklären wir Ihnen im Artikel.

Aufgabe der Vignette

Durch die Abdunklung in den Randbereichen oder anderen Teilen des Fotos sorgt eine Vignette dafür, dass der Blick besser durch das Bild geführt wird. Dadurch wird das Hauptmotiv betont und vom Rest des Bildes abgehoben.

Die Lage und Stärke der Vignettierung ist für den Bildeindruck besonders wichtig. Wichtig ist, dass das Bild trotz der Abdunklung noch halbwegs natürlich wirkt. Als Betrachter sollte man am Ende der Meinung sein, dass die Lichtstimmung und -lage zum Zeitpunkt des Fotografierens tatsächlich so vorgeherrscht haben könnte. Das klingt zunächst einmal kompliziert, ist letztlich aber ganz einfach wenn man einige Punkte beachtet und sich auf sein eigenes Gefühl beim Betrachten verlässt.

Lichteinfall Vignette

Die richtige Lage und Stärke

Die Lage der Vignette sollte stets so gewählt werden, dass die Lichtsituation realistisch bleibt. Das bedeutet, dass die Stellen, an denen jeweils Licht oder Schatten herrscht, authentisch sein sollten. Orientieren kann man sich dabei an den folgenden Faustregeln:

  • Große und helle Lichtquellen wie die Sonne sollten möglichst im Zentrum des hellen Bereichs liegen
  • Wenn ein Objekt durch die Vignettierung in den Fokus rücken soll, sollte es möglichst komplett im hellen Bereich liegen
  • Kanten können als Grenze zwischen hell und dunkel dienen. So kann man das Dach eines Hauses hell erstrahlt lassen, während die Fassade abgedunkelt wird

In einigen Fällen kann man die Vignette auch anders positionieren. Hierbei sollte man stets beachten, dass einem die Gesamtlichtsituation noch realistisch erscheint. Am besten stellt man sich dabei vor wie das Bild aussehen würde, wenn ein großer Scheinwerfer auf das Hauptobjekt im Bild treffen würde. So wie Licht und Schatten in dieser Vorstellung verteilt sind, sollten sie auch durch die Vignette verteilt werden. Dasselbe gilt für die Stärke der Abdunklung. Die sollte stets so gewählt werden, dass das Gesamtbild noch nachvollziehbar aussieht.

Vignettierung hinzufügen mit Photoshop

Wie eine Vignette hinzugefügt wird

Prinzipiell kann eine Vignette entweder über einen Radialfilter oder über die Korrekturfunktion von Bildbearbeitungsprogrammen hinzugefügt werden. Da letzteres aber mehr für die Korrektur von Objektivfehlern gedacht ist und nicht in der Lage verschiebbar ist, empfehlen wir Ihnen einen Radialfilter. Der lässt sich in Sachen Größe, Lage und Stärke einfach anpassen. Wo der Radialfilter jeweils aufgerufen werden kann ist bei jedem Bildbearbeitungsprogramm anders. Im Fall von Photoshop findet er sich in der oberen Leiste des Camera Raw Filters in Form einer Ellipse (siehe Beispielbild oben). Für den richtigen Lichteindruck können dann natürlich auch mehrere Vignettierungen übereinandergelegt werden.